14/15.09.19

Ganz automatisch fängt man an, den Ort an dem man lange verweilt ‘Zuhause’ zu nennen.

Das bringt einen dann irgendwann zu der Frage, was dieses ‘Zuhause’ denn sei und wie es definiert würde.

Als Kind hat man gelernt, dass Zuhause der Ort ist, wo das eigene Bett steht, der Vater oder die Mutter kocht und wo man immer wieder hin zurückkehrt. Man lernt eine Adresse auswendig, die Telefonnummer für das Festnetztelefon und findet immer nach dem draußen herum toben früher oder später dorthin zurück. Später wenn man dann etwas älter geworden ist, gibt es Zeiten, zu denen man nach der Schule im diesem Zuhause wieder ankommen muss und noch ein bisschen später Zeiten, zu denen man abends spätestens eintrudeln muss.

Aber wenn man dieses idealerweise gut behütete Nest für längere Zeit verlässt, nennt man schnell einen anderen Ort ‘Zuhause’. Ist das einfach der Fleck, an dem zu dieser Zeit das Bett steht? Der Stützpunkt von dem man in alle anderen Gefilde ausrückt? Oder ist es ‘dort wo das Herz ist’?

Letztendlich scheint es dann doch so, als hinge alles irgendwie mit dem subjektiven ‘sich Zuhause fühlen’ zusammen. Und was man dafür braucht ist – nun ja – subjektiv eben^^. Für manche mögen es Menschen sein, für andere vielleicht 4 eigene Wände oder ein weiches Bett.

Vielleicht ist es aber auch das Zimmer im sechsten Stock eines Gebäudes in dem regelmäßig das Wasser ausfällt, weil der Strom sich verabschiedet, in welchem es (nach wie vor trotz unzähligen Träumerein) keinen Fahrstuhl gibt und obendrein einen Kühlschrank für 30+ Personen. Das Zimmer mit einem Badezimmer, in dem der Toilettensitz direkt unter dem Duschkopf sitzt und eben diese Dusche nur funktioniert wenn man den Wasserhahn in einem ganz bestimmten Winkel aufdreht. Das Zimmer, das zur Hälfte einem anderen Mädchen gehört und indem man Kompromisse finden muss. Das Zimmer, von dem es zu allen anderen Mitschülern nur einen Katzensprung ist und von dem man (gesprintet und unter der Androhung von Liegestützen wohlgemerkt^^) drei Minuten in die Trainingshalle auf der anderen Seite des Hofes braucht.

Und natürlich auch das Bett in das man nach der ersten Doppeleinheit und einer schnellen Dusche pünktlich zum Mittagsschlaf erschöpft einkehrt. Das alles ist schneller ‘Zuhause’ als man denkt.

Ich denke nicht, dass ‘Zuhause’ der Ort ist, an dem das Herz ist. Ich denke Zuhause ist an ganz vielen Orten zugleich und zwar dort, wo die Menschen sind, die diesen Ort ausmachen und bei denen man sich wohlfühlt – materieller Komfort hin oder her.

Liebe Grüße nach Hause 😉

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