05.03.20

Die Rotoren sind laut, meine Knie werden langsam grün und blau und deswegen sitze ich zusammen gekauert in meiner Ecke, mit meinem sich selbst abgedunkelten kleinen Bullauge. Kein Platz, Gerukel und Geschukel und viel viel zu viele Menschen. Was bedeutet das? Eine neue kleine Reise beginnt gerade.

Ich fliege wirklich nicht allzu gerne und ein Film reicht mir vollkommen, deswegen muss ich den Rest der Zeit immer irgendwie tot schlagen. Aber, ungefähr auf der Halbzeit meiner Reise schleicht sich langsam dieses Gefühl an: Nicht wissen, was einen erwartet, Tagträumen und ich kann es beinahe schon riechen in dieser furchtbar trockenen Flugzeugluft: Abenteuer.

Dieses mal ist es Afrika. Kenia, um genau zu sein. Wildnis und die richtig wilden Tiere dazu. Unter anderem hoffe ich zumindest. Ich weiß allerdings nicht, wie das vor Ort mit fließendem Wasser und Strom wird. Für mich geht es nämlich an den Rand des Massai Mara National Park, der den Teil der berühmten Serengeti-Wüste beinhaltet, welcher in Kenia liegt, in eine Art Camp, wo ich noch zwei andere Freiwillige aus Frankreich treffen werde.

Bevor meine kleinen Adventures aber beginnen, gibt es immer mindestens einen Tag, voller unnötiger Zweifel und des ‘Viel-zu-viel’-Einpackens. Aber als ich dann gestern mit einer Freundin darüber sprach, musste ich lauthals anfangen zu lachen, bei dem Gedanken, mir jeden Abend einen Eimer Wasser über den Kopf kippen zu müssen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen. Versteht mich nicht falsch: Ich schätze es sehr groß, dass ich das Zuhause nicht machen muss, aber mein Verstand weigert sich einfach strikt, sich wegen so etwas Sorgen zu machen: Es kommt ohnehin so wie es kommt, Sorgen machen hin oder her und sind wir mal ehrlich: Das Bild von mir irgendwo im nirgendwo mit einem Plastikeimer vor mir auf dem Boden und ich auf der Stelle herum tappend: “You got this, you got this”. Und wenige Sekunden später steht dort an meiner Stelle ein begossener Pudel – das klingt schon ein bisschen lustig.

Man darf das Leben manchmal einfach nicht zu ernst nehmen, schätze ich.

Mittlerweile kenne ich mich selbst auch recht gut und weiß, dass ein bisschen Panik davor für mich einfach zum Erlebnis dazugehört.

Und dieser Blog gehört auch dazu. Auf geht’s.

Wieder neu sein, wieder merken, wie viel es gibt auf dieser Welt, wovon man keine Ahnung hat, wieder lernen, wieder ganz anders leben, wieder neue Menschen, wieder neues Klima: Wieder ein Zuhause weit weg von Zuhause suchen.

Ich kann es kaum erwarten.

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