10.04.20

Das Leben hier hält mich auf Trab, Langeweile und die eigenen vier Wände an starren tut man hier sicher nicht^^.

Man kann gerade die Hyänen hören, wie sie sich draußen vor dem Zaun verständigen und wenn man morgen früh raus geht, findet man ihre Fußspuren. In der Dunkelheit sieht man außerdem die Glühwürmchen tanzen und wenn der Himmel so wie jetzt wolkenlos ist, kann man manchmal sogar die Milchstraße erkennen.

Es ist wirklich viel zu einfach, zu vergessen, sein Handy einzuschalten und Lebenszeichen von sich zu geben^^.

Man vergisst völlig, die Uhrzeit nachzusehen. Man steht auf, wenn man aufwacht, man arbeitet, wenn die Sonne scheint oder geht nach Hause, wenn sie untergeht. Die eigenen Sorgen beschränken sich auf die, die man sich als Kindgemacht hat. Die Zeit fliegt und trotzdem findet einen der Stress hier höchstens, wenn man mit der Außenwelt in Kontakt ist.

Versteht mich nicht falsch, man kann hier schon mal einem gefährlichen Tier begegnen und sich erschrecken, aber vor den meisten Problemen ist man hier sicher.

11.04.20

Es macht einem Hoffnung und Mut, dass alles um einen herum selbst gebaut ist. Wenn man von einem kuschligen Sessel die Beine baumeln lässt, den keine Möbelfirma der Welt hergestellt hat, in einem Haus, das keine Baufirma der Welt ins Leben gerufen hat, kann man von Baumhäusern im Urwald träumen, die mit hölzernen Hängebrücken verbunden sind und hoch über dem Erdboden auf den Bäumen sitzen.

Um Netzwerk zu haben, das für Telefongespräche ausreicht, muss man aus dem Busch heraus, auf die Anhöhe von der man auf den Mara National Park bis fast nach Tansania blickt. Wenn man also mit dem Telefon am Ohr mit seinen Lieben von Zuhause redet, sieht man zu, wie sich der Himmel langsam rosa färbt und die Elefanten durch den Mara-Fluss wandern. Und wenn man die Zeit vergisst, geht die Sonne ganz unter und man kann neben den Sternen auch die kleinen Lichter sehen, die unten im Tal und ganz weit am Horizont in den Hügeln auftauchen. Dann kann es allerdings auch sein, dass man sich von Löwen oder anderen nachtaktiven Tieren beobachtet wiederfindet, also bleibt man besser zusammen^^.

Die Massai, deren Angehörige hier den größten Teil der einheimischen Bevölkerung ausmachen, leben neben diesen Tieren schon seit Jahrhunderten und auch heute besitzen einige noch große Kuhherden, die im Fall der Fälle auch schon mal gegen einen Löwen verteidigt werden müssen. Sie sind außerdem der einzige Stamm in Kenia, der eine Waffe tragen darf: ein Massai-Schwert.

Ich für meinen Teil, würde allerdings lieber ein Massai-Krieger werden, anstatt Zuhause Kinder und Kühe zu hüten ;). Ich klettere sowieso zu viel auf Bäume, um als ein wohl erzogenes, sittsames Mädchen durchzugehen, bei deren Eltern man um ihre Hand anhalten kann. Da bin ich dann doch lieber der unverbesserliche Wildfang ;).

Es ist allerdings gleichgültig, für was man sich entscheidet, so lange man es mit dem Herzen tut. Manche Traditionen haben sich hier aus praktischen Gründen herausgebildet und diese bestehen eben auch heute noch teilweise.

Wenn man sich alleine etwas aufbauen will, muss man sowieso Geschlechter unspezifisch wissen wie man kocht genauso wie man Kühe zu melken hat oder ein Feuer macht. Man sollte also besser von diesem Leben lernen was man kann, wenn man nicht in den grundliegensten Bedürfnissen auf ewig von anderen Menschen und Geld abhängig sein will.

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