14.04.20

Regen. Olari. Hier haben sie mir einen massai Namen gegeben: Nolari – kam mit dem Regen. Seit ich hier bin hatten wir vielleicht knapp eine Woche keinen Regen^^.

Gestern habe ich den Regen auch mitgebracht, als ich von meinem ‘Bushwalk’ wieder kam. Er hat mich sozusagen zurück begleitet.

Man fühlt sich ein bisschen, als würde man in dem Zeichentrickfilm ‘Pocahontas’ von Disney stecken, wenn man sich seinen Wanderstab schnappt und in die Wildnis zieht. Und wenn man dann auf der Ebene angekommen ist, die den Mara-Nationalpark überblickt und ein schattiges Plätzchen unter einem großen Baum sucht, dann schaut man vorher doch besser mal nach, dass auch kein Leopard drauf sitzt^^. Außerdem kann es vorkommen, dass man einem anderen einsamen Buschwanderer begegnet und es kann auch vorkommen, dass dieser dabei einen Bogen trägt^^.

Vorgestern waren wir außerdem wieder im Wasserfall schwimmen. Der kann es zwar vom Format nicht mit dem Wasserfall aus Pocahontas aufnehmen, aber dafür lassen sich wunderbar alle Sorgen oder Gedanken darin abwaschen. Wenn man den halben Tag schwimmt, kann mit der anderen Hälfte nichts schief gehen.

Man fühlt sich immer mehr wie der Wildfang aus ‘The Bear and the Nightingale’. Die Hauptfigur erledigt zwar ihre Hausarbeiten und Pflichten ohne zu murren, ist mit dem Kopf dabei aber schon auf dem nächsten Baum oder tiefer im Wald. So ungefähr geht es einem hier auch: Man will so viel wie möglich lernen, ob es jetzt Gartenbau, Kochen oder arbeiten an der Landschaft sind, aber man erwischt sich trotzdem immer wieder dabei, wie es einen in den Fingern juckt ‘richtig’ raus zukommen. Spuren lesen, Heilkräuter identifizieren oder Bogenschießen lernen. Leider nutzen diese Sachen im Moment nicht direkt, deswegen sind sie auch eher die Ausnahme oder in die rare Freizeit verbannt. Man fragt sich deswegen hin und wieder, was eigentlich ‘Nützliches’ aus einem werden soll^^. Man will so viel von den Menschen hier lernen und es fühlt sich beinahe egoistisch an, denn außer einem selbst nützt das schließlich erstmal keinem.

Man muss für sich selbst einen Lebensweg finden, der einem einerseits erlaubt man selbst zu sein, aber einem auch das Gefühl gibt ein Plätzchen in dieser Welt gefunden zu haben, welches auszufüllen, im besten Fall die Welt ein ganz kleines bisschen besser macht.

Manchmal wird man gefragt, ob man denn keine Angst hätte in der Wildnis. -Nein- antwortet man dann und man ist sich nicht einmal sicher warum. Angst haben hilft eben nicht. Man ist vorsichtig und hält die Augen offen und die Ohren gespitzt. Ich nehme an, so ist das mit dem Leben auch: Wenn man einen klaren Blick behält, dann macht einem die Zukunft auch keine Angst. Und wer weiß, vielleicht findet man auf seinen Reisen einen Ort, an dem auf Bäume klettern, Kung Fu, Bogenschießen, Spuren lesen und Kräuter sammeln, an der Tagesordnung stehen ;).

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