23.06.20

Einen Garten auf einem Gebiet anzulegen, welches noch nie umgegraben wurde, ist keine leichte Aufgabe. Das Gras wächst Knie hoch und ein Netzwerk von Klettpflanzen erstreckt sich beinahe über das gesamte Stück.

Nachdem man also mit Metallstab und Spachtel 258 Löcher für die mühsam heran geschaffen Holzpfosten ausgehoben hat und auch die großen Baumstämme, die als Eckpfeiler dienen, mit vereinten Kräften oder mit dem Motorrad an Ort und Stelle geschleift hat – und sie natürlich auch alle zurecht gestutzt und mit dem zurück schaffen der Erde fest im Boden verankert hat, fehlt nur noch der Draht und fertig ist der Zaun. Nun kommt der Traktor, um das erste Mal das Erdreich hier mitten in der Wildnis zu durchwühlen. Aber Halt – so leicht geben sich das Gras und die Büsche nicht geschlagen. Erst muss es austrocknen und dann Stück für Stück abgebrannt werden.

Vielleicht interessiert man sich persönlich nicht für Gartenanbau oder Landschaftsarbeiten, aber es handelt sich auf jeden Fall, um eine Arbeit, bei der man viele kleine Schritte bedenken muss und von einer erledigten Aufgabe direkt zur nächsten kommt, womöglich eine Aufgabe, die man am Anfang nicht vorhergesehen hat. So wie immer im Leben, kann man eine Menge Dinge schaffen, wenn man sie A: wirklich will und B: das Ziel zwar im Auge behält, aber den Weg genießt.

Das Ziel hierbei beläuft sich in einer Farm, die sich selbst versorgt, die Touristen oder freiwilligen Helfern einen Einblick in ein anderes Leben und eine andere Kultur gibt und die Chance, gesundes, selbst erzeugtes Essen und Naturschutz schätzen zu lernen.

Außerdem wird es einem bestimmt nicht langweilig, wenn der Standort im wahrsten Sinne des Wortes irgendwo in der Wildnis liegt.

Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und das Fehlen von internationalen Helfern im Moment, treibt das Ganze auch nicht unbedingt schneller voran, aber man gibt eben nicht auf.

Man hält zusammen und geht jeden Tag nach dem anderen an. Und wenn man kann, macht man die Welt ein ganz kleines bisschen besser – vielleicht einfach durch ein Lächeln – und wenn man sich ein ganzes Projekt vornimmt, dann weiß man besser ganz tief im Herzen: Man macht besser sich selbst und seine Kinder stolz, als auf die Zustimmung und Bewunderung der Welt zu warten.

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